KI-News der Woche — KW 18/2026
Microsoft und OpenAI beenden die Azure-Exklusivität und definieren ihre Partnerschaft neu, das Pentagon schließt KI-Deals mit 8 Tech-Riesen für klassifizierte Netzwerke — Anthropic bleibt außen vor. OpenAI soll an einem KI-Smartphone mit Qualcomm und MediaTek arbeiten, und Mistral veröffentlicht Medium 3.5 mit Remote Agents in der Cloud. Die Woche vom 27. April bis 3. Mai 2026.
Ende der Exklusivität — die Partnerschaft wird neu aufgestellt
Microsoft und OpenAI haben ihre seit 2019 bestehende Partnerschaft grundlegend überarbeitet. OpenAI darf künftig seine Modelle und Produkte auf allen Cloud-Plattformen anbieten — also auch auf AWS und Google Cloud. Microsoft bleibt primärer Cloud-Partner, verliert aber die Exklusivität und zahlt keine Umsatzbeteiligung mehr. Die AGI-Klausel, die Microsoft bei Erreichen von AGI ein Sonderrecht eingeräumt hätte, wurde gestrichen. Die neue Vereinbarung läuft bis 2032, die Umsatzbeteiligung von OpenAI an Microsoft ist bis 2030 gedeckelt.[1]
KI auf geheimen Netzwerken — 8 Firmen dabei, Anthropic draußen
Das US-Verteidigungsministerium hat Vereinbarungen mit acht Technologieunternehmen geschlossen, um KI-Modelle auf klassifizierten Netzwerken der Stufen IL6 und IL7 einzusetzen: Amazon Web Services, Google, Microsoft, NVIDIA, OpenAI, Oracle, Reflection und SpaceX. Anthropic fehlt — das Unternehmen wurde vom Pentagon als „Lieferketten-Risiko" eingestuft, nachdem es sich geweigert hatte, Claude für den Einsatz in autonomen Waffensystemen freizugeben. Anthropic klagt dagegen vor Bundesgerichten in San Francisco und Washington.[2]
KI-Smartphone mit Qualcomm und MediaTek — Apps werden durch Agenten ersetzt
Laut Analyst Ming-Chi Kuo entwickelt OpenAI gemeinsam mit Qualcomm, MediaTek und Luxshare ein eigenes Smartphone. Das Konzept: Statt Apps übernehmen KI-Agenten direkt Aufgaben wie Reisebuchungen, Terminverwaltung oder Messaging. Der eigene Chip soll bis Ende 2026 oder Anfang 2027 spezifiziert sein, Massenproduktion ist für 2028 geplant. OpenAI hatte bereits früher Hardware angekündigt — zunächst waren Ohrstöpsel im Gespräch, das Smartphone scheint ein separates Projekt zu sein.[3]
Medium 3.5 — Reasoning, Coding und Chat in einem 128B-Modell
Mistral hat Medium 3.5 veröffentlicht: ein dichtes 128-Milliarden-Parameter-Modell mit 256k-Kontextfenster, das Instruction-Following, Reasoning und Coding in einem einzigen Satz Gewichte vereint. Es erreicht 77,6 % auf SWE-Bench Verified und ist als Open Weights unter einer modifizierten MIT-Lizenz verfügbar. Gleichzeitig führt Mistral Remote Agents in seinem Coding-Tool Vibe ein: Coding-Sessions laufen vollautomatisch in der Cloud, auch mehrere parallel — ohne dass ein Entwickler zuschaut.[4]
Indirect Prompt Injection — KI-Agenten im Visier öffentlicher Webseiten
Googles Threat-Intelligence-Team warnt vor einer neuen Angriffsklasse: Webseiten können versteckte Anweisungen enthalten, die Enterprise-KI-Agenten beim Browsen kapern und umlenken. Diese sogenannten Indirect Prompt Injection-Angriffe sind besonders tückisch, weil der Agent das Angriffsziel selbst aufruft — ohne Zutun des Nutzers. Mit dem Ausbau agentenbasierter Workflows in Unternehmen wächst die Angriffsfläche erheblich.[5]
- CNBC — OpenAI shakes up partnership with Microsoft, capping revenue share payments
- TechCrunch — Pentagon inks deals with Nvidia, Microsoft, and AWS to deploy AI on classified networks
- TechCrunch — OpenAI could be making a phone with AI agents replacing apps
- MarkTechPost — Mistral AI Launches Remote Agents in Vibe and Mistral Medium 3.5 with 77.6% SWE-Bench Verified Score
- ScienceDaily — AI agents vulnerable to malicious instructions hidden in websites